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Seven Sister Mountain

Nun ist es bereits 14 Jahre her, dass ich auf „Seven Sister Mountain“ meinen ersten Vision Quest durchlebt habe. Unter der Leitung von Devalon James Small Legs, Long Time Travelling, bereitete ich mich im Jahr 2001, gemeinsam mit 6 weiteren Frauen auf meinen ersten Vision Quest in den kanadischen Rocky Mountains vor. Da man hierzu vier Tage allein und ohne feste und flüssige Nahrung und ohne weitere Komfort- oder Zeremonialgegenstände zelebrierte, bedurfte es verständlicherweise einer guten mentalen, seelischen und vor allen Dingen körperlichen Vorbereitung, um diese Zeit zu „überleben“. Denn wir sieben Europäerinnen waren Zeremonien wie diese aus unserer Kultur ganz sicher nicht gewohnt.

Damals war meine Tochter, die ich mit nach Kanada nahm, gerade mal eineinhalb Jahre alt. Nachdem wir in Kanada bei meinem Medizinlehrer Devalon oder „Devi“, wie wir ihn liebevoll nannten, angekommen waren, bereiteten wir uns schon auf das Berg-Camp vor. Alles wurde in einen Pickup geladen, das Camp in den Rocky Mountains eigenhändig aufgebaut. Wahre Natur-Camp-Erfahrung. Zur Vor- und Nachbereitung des Vision Quest gehörte es, jeweils eine Schwitzhütte zu durchlaufen, sowie an entsprechenden „Teachings“ (Lehrstunden) teilzunehmen, die auf das Erleben vorbereiten sollten.

Ich weiß noch gut, wie ich mich einen Tag vor dem Aufstieg auf den Berg fragte, was denn eigentlich in mich gefahren sei und warum ich mich einer solchen „Tortour“ unterziehen wollte: freiwillig! Hatte doch Devalon einen Abend zuvor genüsslich unglaubliche Horrorgeschichten von „Vision Questern“ erzählt, die von den Berg-Spirits den Hang hinunter gejagt worden waren… Was wollte ich eigentlich auf dem Berg? Vier Tage und vier Nächte, allein und der Wildnis und den Tieren der Bergwelt ausgeliefert? Begründete Zweifel überkamen  mich. Meine Tochter gab ich damals in die Obhut von Devalons kanadischer Verwandschaft. Zu Menschen, die ich nie zuvor gesehen hatte! Ich hatte das Gefühl wirklich ALLES aufzugeben.

Eines war klar, ich hatte nur noch zwei Dinge: Mein kleines, unbedeutendes Leben und das Vertrauen darauf, dass alles schon gut gehen würde. Denn mit einer verstandesmäßigen Entscheidung, hatte dies alles nichts mehr zu tun. Kurz vor dem Vision Quest und bereits vor der Abreise aus Deutschland, hatte ich das Gefühl, mich bei meinen Freunden und Verwandten wahrhaft verabschieden zu müssen und alle Dinge im Vorfeld zu „regeln“. Eventuell würde ich nicht wieder zurückkehren…

Schlussendlich tat ich dies auch nicht: Ich war nach dem Vision Quest nicht mehr die gleiche Frau, die zuvor Deutschland für diese Erfahrung verlassen hatte. Die vier Tage auf dem Berg wurden für mich zu einem tiefgreifenden Erlebnis, das mein Leben bis heute stark beeinflußt hat. Ich lernte „Seven Sister“ kennen und sie gab mir meinen „Medizinnamen“. Ich erhielt Teachings darüber, wie ich die Instrumente der Medizinfrau einsetzen würde und welchem Zweck sie dienen sollten, sowie welche Medizin sie bringen: Trommel, Pfeife, Tabak, Federn, Rassel, Smudge. Bis heute setze ich diese „Tools“ dankbar und mit großem Erfolg ein.

Nach dieser bestandenen Prüfung und Initiation auf dem Berg, übertrug mir mein Medizinlehrer Devalon Small Legs, Long Time Travelling, das Recht Schwitzhütten zu leiten. Ich konnte es damals kaum fassen und brauchte noch mehrere Jahre, bis ich es wagte, dieses mir übertragene Recht zu nutzen. Zu groß war die Demut vor der Kraft der spirituellen Welt, die ich erfahren hatte und vor der Bürde und Verantwortung die man trägt, wenn man andere Menschen durch eine Schwitzhütten-Zeremonie führt. Ich hatte am eigenen Leib erfahren, wie machtvoll die andere Welt ist, die wir im Alltag nicht sehen.

Seit dem Jahr 2001, bin ich noch drei Mal auf Vision Quest gegangen, obwohl ich damals davon überzeugt war, dass es sich um eine einmalige „Sache“ handeln würde. Weit gefehlt. Noch heute bin ich tief in meinem Herzen in Demut und Liebe mit Seven Sister Mountain verbunden. Diese Verbindung wird sich vermutlich niemals lösen. Dafür bin ich sehr dankbar.

 

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